Verena Stricken, Herbst 2017

Titelbild Verena Herbst 2017

Nicht mehr ganz druckfrisch, aber dennoch das derzeit aktuelle Heft auf dem Markt von Verena Stricken ist die Herbstausgabe 2017. Der erste und bisher einzige Bericht in der Welt der Blogger, der mir bisher aufgefallen ist, ist der von Angela Twoday, der sich weniger mit den vorgestellten Modellen denn mit den diversen redaktionellen und orthographischen Fehlern dieser Ausgabe befasst. Zugegebenermaßen lassen diese auf eine schlampige Arbeit schließen und man müsste eigentlich von einer renommierten Strickzeitschrift wie der Verena anderes erwarten können. Aber ich will mal mein Hauptaugenmerk auf die Modelle legen.

Das Titelbild erinnert mich an die Ausgabe 10/2010 der Sabrina. Vergleicht mal selber:

Leider ist der Inhalt auch nicht so ansprechend, wie ich es früher von der Verena gewohnt war. Geschmackvoll finde ich dieses gehäkelte Kleid im Missoni-Stil:

Missoni-Stil Häkelkleid
Missoni-Stil Häkelkleid

Das könnte aber mit meinem aktuellen Projekt, einem Zickzack-Schal aus einem Schoppel Zauberball und einem Schoppel Zauberball crazy, zusammenhängen:

Dieses Muster gefällt mir auch gut, aber kein Wunder, ich mag ja auch Burlingtonsocks:

Die 80er scheinen auch zurück zu sein, jedenfalls trug ich damals Baumwollpullover in solchen graphischen Mustern mit Vorliebe:

Coco Chanel darf auch nicht fehlen und ich gebe zu, ich habe ein Faible für diesen eleganten Stil und wäre gerne etwas mehr Grand Dame, aber in diesem Leben werde ich das wohl nicht mehr schaffen:

Dieser Kinderpullover gefiel mir auch sehr gut:

Das hier scheint mir ein Suchbild zu sein: Wo ist das gestrickte Teil?

Übrigens gehe ich beruflich neue Wege, ich habe mir einen Traum erfüllt und fahre jetzt richtig große Fahrzeuge, wenn ich nicht gerade auf dem Beifahrersitz sitze und blogge oder stricke:

Verena Frühjahr 2017

Nach einem kurzen Blick in den Spiegel (Schuhe in der richtigen Reihenfolge? Hab ich was angezogen und wenn ja – gibt das bei Mitmenschen Augenkrebs oder epileptische Anfälle?)…aus Arschlochhund

… das mit dem epileptischen Anfällen kann man leider bei einigen Modellen der aktuellen Verena Stricken nicht behaupten. Bereits das Titelmodell ist durch die Verwendung drei verschiedener Verlaufsgarne (Lang Yarns „Mille Colori Baby“) so unruhig, dass das wunderschöne Fair-Isle-Muster kaum zur Wirkung kommt.

Danièle Dietrich, über die auch das Designerporträt in dieser Ausgabe berichtet, hat diesen Umhang entworfen:


Er gefällt mir sehr gut, allerdings würde ich im Leben keine 64 Quadrate zusammennähen.

Hier noch ein paar weiter Eindrücke aus der Abteilung „Hauptsache bunt“:

Dieser Pullover erinnert mich fatal an ein Modell für Kleinkinder, den ich Anfang der 90er Jahre mal meiner Tochter stricken wollte. Aber wegen der damals allgemein und auch bei mir einsetzenden Strückmüdigkeit kam es dazu nie mehr. Sollte ich die Anleitung mal wieder finden, zeige ich sie euch hier.

Es folgt dann ein langer Bericht über 20 Handfärberinnen für Paul Pascuali, fünf davon werden auch in einem eigenen Porträt vorgestellt, nämlich Bojos Wolltraum, Fiberpassion, Westerwälder Wollschmiede, Wollfeuerwerk und Buttjebeyy.

Dann kommt eine ganze Reihe, die dem Raglan gewidmet ist. Erfreulicherweise werden tatsächlich alle Möglichkeiten (Raglan von oben und unten, in Runden oder mit Seitennaht) vorgestellt. Aber mal ehrlich, tut es Not, den gleichen Pullover jeweils zwei Mal zu zeigen, nur weil er einmal von oben und einmal von unten gestrickt wurde?

Wer sich darüber wundert, warum offenbar die Designer alle auf so ähnliche Ideen kamen, sei gesagt, dass durchwegs ALLE Raglanpullover von U. & M. Marxner entworfen wurden. Gibts keine anderen Designer, die Raglan beherrschen?

Die Kolumne hat auch gelitten, wie ich finde. Ich weiß nicht genau, warum Anja Belle in ihrem Beitrag „Ein Hoch auf die Foren“ bei mir einen schalen Beigeschmack hinterlässt, aber ihr Abriss der verschiedenen Forentypen ist irgendwie nicht geprägt von Humor, sondern liest sich verbittert. Schade drum.

Die nächste Strcke ist dem Thema „Pastell“ gewidmet. Leider gucken die Seiten irgendwie so aus, als wären sie aus der Sabrina und nicht aus der Verena:

Lustige Idee, aber ich würde mir den Dekoschal bestimmt beim Essen ansabbern.

„Spitzenklasse“ nennt sich der nächste Teil, dort sieht man solche Modelle:

Und Last but not least noch „A-Linien“:

Was an dem linken Modell „Kittelschürze“ allerdings A-Linien-Förmig wirken soll, ist mir schleierhaft:

Alles in allem kein Heft, das ich mir gekauft hätte, hätte ich es nicht abonniert.

Verena Stricken Herbst 2016 Teil 2

Bereits in diesem Blogbeitrag habe ich begonnen, über den Inhalt der aktuellen Verena Stricken Zeitschrift zu schreiben. Nun geht es weiter.

Eine der Modellstrecken steht unter dem Motto „Boho-Romantik“. Sofort positiv ins Auge gestochen ist mir dabei das Modell von Daniela Johannsenova, der Inhaberin des Ladens Maschenkunst in Köln. Verwendet hat sie sowohl ein Garn der Firma Austermann* und Rowan*. Das Garnpaket gibt es auch als Komplettpaket direkt im Maschenkunst-Online-Shop zu erwerben.

Was man in der Zeitschrift leider nicht sieht, wohl aber auf der auf Ravelry verlinkten Anleitungsseite sind die Kellerfalten im Rückenbereich.

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Beeindruckend ist auch der Mantel „Loria“ der Designerin Sabine Berlipp. Hier hätte mich auch die Rückenansicht sehr interessiert, aber in diesem Fall hilft nicht mal die Anleitungsseite auf Ravelry weiter. Schade. Das Material, zwei Sorten der Firma Debbie Bliss* machen das Gesamtwerk mit Materialakosten von in etwa 225,00 € nicht gerade zu einem kostengünstigen Projekt, aber es lassen sich sicherich auch preiswertere Garne dafür einsetzen.

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Interessante Applikationen und ein kesser Armausschnitt machen dieses Modell von Brigitte Ried zu einem Hingucker. Gestrickt ist es aus Alpaca Superlight 0016 hellgrün*, wobei dann die Farbdarstellung der Verena schon sehr von den sonstigen Darstellungen dieser Farbe im Netz abweicht.

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Ebenfalls Applikationen weist der Pullover von Evelyn Hase auf, wofür sie Monika Design Yarns verwendet hat.

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Dieses Stück aus der gleichen Serie finde ich hingegen dermaßen altbacken, dass ich es sogar noch für meine 87jährige Mutter stricken würde:
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Ein schönes Zwischendurchprojekt sind diese Stulpen:
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Stark an eine Bettjacke erinnert mich diese Strickjacke:
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Dann wird die Designerin Karen Noe vorgestellt, die auch ein exklusives Design mitgebracht hat, nämlich diese wirklich sehr schöne Strickjacke:
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Vorgestellt wird auch Paul Pascuali von Pascuali-Wolle, neben dem ich schon meinen Stand auf der Berlin knits in 2015 hatte, der auch in 2015 in Leipzig dabei war und der auch letztes Jahr beim Wollfest Regensburg dabei.
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Grundsätzlich fällt auf, dass wirklich viele Modelle aus Alpakawolle bzw. aus Mischungen, in denen Alpakawolle enthalten ist, gestrickt wurden.

Weiter gehts in der Reihe „Flexible Stylingpartner“. Es ging darum, Accessoires zu entwerfen, die mehrfache Funktionen haben. Richtig überzeugend fand ich in dieser Serie dieses Stück, obwohl es nicht meinem Geschmack entspricht und ich es wohl auch nicht tragen würde:
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Entworfen hat es wiederum Evelyn Hase, die dafür ein Garn der Firma ONLine.

Weniger einfallsreich finde ich diesen Poncho von Tanja Lay, gefertigt aus Garn von Ito*, der Materialwert liegt bei knapp 60,00 €.
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Senfgelb, die Modefarbe dieses Herbstes, findet leider nur in dem Zubehör zu diesem auch eher unspekakulärem Accessoir Eingang in dieses Heft:
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Originell wiederum und auch gut tragbar finde ich dieses Schultercape, kreiert von Clara Lana, gestrickt aus Garn von Lang Yarns*
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Dann noch ein irgendwie geschickt gefaltetes Rechteck:
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Abschließend noch dieser vielseitige Schulterwärmer:
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Der letzte Teil umfasst Kindermodelle. Aus kleinen Mädchen werden kleine Damen:
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Und auch für Jungen gibt es klassische Strickstücke:
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Es gibt noch weitere Modelle, aber was mich ehrlich gesagt gestört hat, war bei einigen Stücken die offensichtlich grottenschlechte Verarbeitung:
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Seht ihr das große Loch links oben an der Känguruh-Tasche?

Und hier ist es noch schlimmer, betrachtet nur mal den von euch aus gesehen linken Stern:
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Ich finde, das zieht die Qualität dieser Verena Stricken ziemlich herunter.

Fazit: Wenn man bedenkt, dass man für den gleichen Preis dieser Verena teilweise im Netz nur eine einzige Anleitung erwerben kann, ist es ein guter Kauf.

Verena Stricken Herbst 2016 Teil 1

Seit Tichiro nicht mehr bloggt, fehlt es an Vorstellungen von Strickzeitschriften. Da ich sowieso viele davon kaufe, werde ich sie euch hier vorstellen. Derzeit überlege ich, ob sich ein Abonnement der ein oder anderen Zeitschrift lohnt, habt ihr denn welche abonniert und wenn ja, welche?

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Die größte Offenbarung ist die Stille. Laotse

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Eine komplette Vorschau aller Modelle findet man unter dem Link von Verena stricken.

Das Titelmodell zeigt, dass Farbverlaufsgarne weiter im Trend sind. Hier wurde die Qualität Lang Yarns Merino+Color Farbverlaufsgarn* von der Designerin Clara Lana verstrickt. Das Stück ist auch schon in die Datenbank von Ravelry eingepflegt. Mir persönlich ist das Stück zu unruhig, aber das Muster des Oberteils würde sich gut für die Doubleface-Technik eignen, insbesondere auch mit den zwei verschiedenfarbigen Farbverlaufsgarnen.

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Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich ein Schultertuch von Claudia Finlay, auch schon bei Ravelry eingepflegt, allerdings fehlt die Verknüpfung zum Dateinbankeintrag der Zeitschrift, da fühlt sich der kleine Monk in mir unwohl. Aber es stört mich nicht so, dass ich mich nun damit beschäftigen würde, wie man das denn da in die Datenbank eingepflegt bekommt (da habe ich beim Hinschauen einen Fehler gemacht, das Tuch ist nämlich durchaus in der Datenbank, Anyarnja hat mich darauf aufmerksam gemacht, danke dafür). Aber ich schweife ab. Das Tuch auf der gegenüberliegenden Seite erinnerte mich von der Farbgebung an ein eigenes Projekt von mir. Vergleicht selber:

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Verwendet wurden verschiedene Garne der Firma Lanamania*

Mit dabei in der Serie „Mustermix“ ist auch ein Tuch von Utlinde Gradowski, natürlich aus Garnen von Filatura di Crosa*, wobei man die Qualität Misti
Alpaca handpaint Lace vermutlich ab September kostengünstiger durch ein Garn von Fairalpaka ersetzen können wird.

Meinen Geschmack trifft das Tuch überhaupt nicht, es erinnert mich stark an Papagei. Aber Utlinde ist die uneingeschränkte Queen der Lacetücher und Kurse mit ihr können auch wieder auf dem Wollfest und 8. GRM im Hohenloher Freilandmuseum gebucht werden.

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Gut gefallen mir aus dieser Serie diese Pullover:
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Designer U. & M. Marxer, gestrickt aus Wolle der Ingolstädter Firma Lana Grossa Lace Seta*

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Designer auch wieder Clara Lana, Wolle auch wieder von Lang Yarns*

Hier hätte ich nur den Lace-Rand an der unteren Kante nicht gemacht:
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Design von Jaqueline von Dillen, verwendet hat sie Lana Grossa*

Zusammenfassend fällt mir allerdindgs aus, dass ausnahmslos ALLE Modelle der Serie „Mustermix“ immer auch einen Farbenmix enthalten, es ist dort nicht ein einfarbiges Stück enthalten.

Aus der Reihe „Einfach zeitlos“ finde ich dieses Modell spannend:
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Entworfen haben ihn auch wieder U. & M. Marxner aus einem Garn von Junghans Wolle

Auf den ersten Blick gefiel mir auch dieses Modell sehr gut, es ist von den gleichen Designern, aus einem Garn von Online Wolle in Briochetechnik, die früher zweifarbiges Patentmuster hieß, gestrickt.
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Auf den zweiten Blick fand ich aber die Seitenschlitze an dem Modell sehr – ähm – gewöhnungsbedürftig:
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Ebenfalls Schlitze im unteren Bündchenbereich hat dieses Modell von Brigitte Ried, dort finde ich sie aber wesentlich günstiger platziert:
Modell aus Verena Stricken
Verwendet wurde hierfür ein Garn der Marke Baruffa. Ich habe von dieser Marke noch nie vorher gehört. Leider gibt es bei der Verena keine Alternativgarnliste wie in der Ausgabe von The Knitter Deutschland, aber Donna Rossa hat da erst einen sehr guten Blogartikel darüber verfasst.

Die Kolumne schreibt inzwischen Anja Belle, vielen wahrscheinlich unter Kalinumbas Blog bekannt. Die anderen Modelle werde ich in einem Teil 2 über diese Verena Stricken vorstellen.