h+h Cologne 2018

Nachdem ich letztes Jahr pausiert habe, hat es mich dieses Jahr wieder zur h+h gezogen. Natürlich werde ich euch meine Impressionen nicht vorenthalten. Eins vorneweg: Es scheinen wieder mehr Aussteller geworden zu sein, allerdings nimmt Nähen und Sticken einen größeren Rahmen ein als bisher, so dass ich subjektiv den Eindruck hatte, es gäbe mehr Aussteller mit Nähzubehör als mit Wolle. Verifiziert habe ich das aber nicht.

Vielleicht könnte ich damit meine Jüngste zum Handarbeiten motivieren, mein Lieblingsenkelsohn steht nämlich total auf Frozen:

Fest steht, die Farben sind, glaubt man den Garnherstellern, dieses Jahr gedeckt. Sie changieren von Lila (ja, Lila ist wieder in!) über sämtliche Rotnuancen hin zu braun, beige und grau.

Krachbunt war wohl gestern, außer bei den verschiedenen „Bobbeln“, diesen gewickelten Garnen mit Farbverlauf. Die hat inzwischen auch nahezu jeder Anbieter im Programm und es gibt sogar Anbieter, die sie ausschließlich anbieten.

Besonders ins Auge gestochen sind mir hierbei allerdings die „Bobbel“ von Rellana, denn erstens sind sie nicht nur gewickelt, sondern auch verzwirnt und zweitens wäre kaum ein Übergang sichtbar, da die Enden nicht verknotet sondern mit Druckluft „verschweißt“ werden.

Lange Rede, kurzer Sinn, hier meine Eindrücke:

Als erstes stach mir das Ergebnis des Wettbewerbes der Textile Art Berlin ins Auge.

Es ist erstaunlich, mit welchen wundervollen Techniken textile Kunst entstehen kann.

Weiter geht es mit einem virtuellen Rundgang:

Schmeichelgarne hat ein neues „System“. Unten seht ihr die verschiedenen Qualitäten und oben die (meist) für alle Qualitäten verfügbaren Farben:

Findet ihr Ähnlichkeiten zu diesem Modell aus dem neuen Rowan-Heft (das ich auch noch vorstellen werde)?

Schulana – ganz ehrlich: Das ist altmodisch hoch fünfzig

Natürlich traf ich auch bekannte Gesichter:

Es gibt sie noch: Studio Yarn

Daniela Johannsenova am Prym-Stand

Bernd Pottschull von Lanartus

Die Jacke ist auch von Lanartus, gestrickt aus der Sofia

Und hier mal eine Nahaufnahme von dem Hanf-Garn „Kiff“

Della Q

Neue Designs von ihr

Jetzt mit praktischem Sichtfenster

Bei Isager war immer viel los

Dieses Cashmere-Garn (June Cashmere) fand ich sehr überzeugend, denn es hat mehr „Stand“ als andere Cashmere-Garne.

für mich neu war Garn aus Südafrika – hauptsächlich Mohair, aber wunderbar von der Haptik her

Für mich auch neu war die Dawanda-Ecke

Tolle Garnschalen aus Indien

Und fantastische Bänder

Dieses Paar harmonierte so wunderbar, ich musste sie fotografieren.

Passend dazu gibts was von Online

Auch diese beiden Damen überzeugten sehr mit ihrem Auftritt und da schließt sich der Kreis wieder zu dem Grün zu Beginn

Summasumarum habe ich vor, nächstes Jahr wieder hinzufahren.

Verena Winter 2017

Im Gegensatz zu meiner Beurteilung der Verena Spätherbst 2017, bei der ich sehr spät dran war, bin ich dafür mit der Verena Winter 2017 richtig früh dran – und stolz auf mich :D.

Mein Urteil nach dem ersten Durchsehen lautet, dass mir in diesem Heft deutlich mehr Sachen gefallen als in dem vorhergehenden.

Schön finde ich die Wortspielereien, die bereits auf der Titelseite mit „Stil? Sicher!“ beginnen und im Inneren unter anderem mit „Komme, was Wolle!“ eine Fortsetzung findet.

Dieser Pullover könnte von Hermès kreiert worden sein. Ist zwar nicht meinst, aber ich finde, es hat was.

Richtig schön hingegen finde ich diese Interpretation des Mottos „Nordische Schönheiten“.

Überhaupt muss ich, glaube ich, mein eigenes Urteil revidieren, habe ich doch hier behauptet, blau gefiele mir überhaupt nicht. Aber ein kritischer Blick in meinen Kleiderschrank (Ok, Kleiderschränke) verriet mir, dass ich ziemlich viel blaues habe. Ich habe ernsthaft schon nachgedacht, ob ich die blaue Alpaka-Wolle doch behalten soll. Aber ich gebe sie weg, Reduzierung ist schließlich das Ziel.

Weiter geht es mit der Verena. Das folgende Modell hingegen lässt mein Herz gleich höher schlagen, die Farbkombi Türkis und Rostrot finde ich begeisternd und auch die Linienführung ist sehr gelungen. Nicht gefällt mir daran das Sackartige, aber man kann es sicherlich auch in einer „passenden“ Größe stricken.

Mit Erstaunen habe ich dann gesehen, dass Lana Grossa jetzt Garne anbietet, die der Machart der von mir immer wieder erwähnten Garne von Studio Yarn entsprechen. Ob die Firma damals einfach nur zu früh dran war, sozusagen ihrer Zeit voraus?

Wie bereits im letzten Heft spielen auch hier Farbverlaufsgarne eine Rolle. Diese Modelle hier sprechen mich an, das liegt aber sicher an der mir gefallenden Farbpalette.

Aber auch das hier sind genau die Farben, die mir sofort ins Auge springen.

Und auch hier sprechen die Farben für sich.

Und weil wir schon bei Farbpaletten sind, es gibt einen mehrseitigen Report über „Color Blending“, also sanfte Farbverläufe mit verschiedenen Garnen. Es ist ein ausführlicher Report, der viel und ausführlich erlärt, ich finde ihn gut gemacht.

Die nächste Strecke widmet sich dem Thema Verzopfen. Ich bin da eher kritisch, weil ich nicht die Figur habe, in der es sinnvoll ist, zusätzlich durch Zöpfe auf Oberteilen Volumen zu erzeugen. Aber ein Modell gefiel mir doch sehr gut, insbesondere den Schlitz an der unteren Kante finde ich eine witzige Idee.

Und dieses Mal ein Lob an die Kolumnistin, vielleicht gefiel mir die Kolumne so gut, weil ich selber ein Zahlenmensch bin.

Studio Yarn heißt jetzt „Made in Germany“

„Die Freude ist überall. Es gilt nur, sie zu entdecken“ Konfuzius

Über Studio Yarn habe ich ja schon häufiger berichtet und auch mehrere Projekte daraus gestrickt.

Tichiro hat auch schon ein Stück daraus gestrickt und festgestellt, dass es die Marke nicht mehr zu geben scheint. Letztes Jahr auf der h+h cologne boten sie ihre Garne ja unter dem Label myboshi an und seit diesem Jahr firmieren sie unter „Made in Germany“ ohne myboshi davor. Die Produkt- und Farbpalette ist aber weitestgehend die gleiche geblieben und ich bin wirklich am zweifeln, ob nur ein neues Label der richtige Weg zum Erfolg sein wird.
Made-in-Germany

Studio Yarn

Gestern war ich mit einer Freundin bei Studio Yarn, damit ich mir direkt vor Ort ein Bild der Produktion machen konnte und wir wollte besprechen, welche Wollen ich zum Wollfest Hamburg mitnehmen werde. Bereits seit dem Frühjahr kooperieren wir miteinander.

Ganz in der Nähe der Produktionsstätte ist ein Exotenhändler, so dass man ein bisschen Sommerfeeling bekommt, selbst bei dem derzeit schlechten Wetter:
Studio-Yarn-20140826-Exoten

Und auch dieses romantische Motiv befindet sich dort in der Nähe:
Studio-Yarn-20140826-Rose

Aber wir waren ja nicht auf Motivsuche, sondern kamen wegen der Wolle:
Studio-Yarn-20140826-Wolle

Studio-Yarn-20140826-Wolle1

Carlos Lopez, der Chef, hat uns viel gezeigt und erklärt, man merkt ihm an, dass er (Achtung Kalauer:) mit jeder Faser seines Körpers hinter jeder Faser seiner Wolle steht.
Studio-Yarn-20140826-Carlos1

Studio-Yarn-20140826-Carlos

Natürlich waren wir auch noch im Ausstellungsraum, in dem auch Werksverkäufe stattfinden. Dort gibt es neben den Garnen sogar aus diesen Garnen gefertige Kleidungsstücke zu kaufen. Studio Yarn Garne lassen sich nicht nur verstricken, sondern ergeben auf gewebt ein wunderbares Bild und eine beeindrucktende Haptik.
Studio-Yarn-20140826-Ausstellung

Studio-Yarn-20140826-Ausstellung1

Bereits auf dem Wollfestival Köln konnte man Kleidungsstücke aus Studio Yarn Wolle betrachten:
Studio-Yarn-Wollfestival-Köln

Eine ganz reizende Idee finde ich übrigens, simple Tuchnadeln * passend zu umhäkeln:
Studio-Yarn-Wollfestival-Köln-Tuchnadel

Carlos und Gabi, vielen Dank für den wunderbaren Aufenthalt bei Euch.

Ich habe nun einen großen Karton voller feinster Garne von Studio Yarn im Auto stehen und werde diese Auswahl mit nach Hamburg bringen, damit auch ihr diese neuartigen Garne „erleben“ könnt. Und für das Wollfest Regensburg haben Carlos und ich uns eine Überraschung ausgedacht.

Anschließend waren wir noch im Werksverkauf von Coats und ich habe dort ein recyceltes Baumwollgarn und eine Biowolle mitgenommen, die ich ausführlich testen werde. Besteht sie den Test, wird sie wohl in mein Sortiment in meinem Laden aufgenommen werden.