The Knitter Deutschland Ausgabe 27/2016 Teil 1

Alles ist komisch, solange es einem anderen passiert. Will Rogers

Die aktuelle Ausgabe von „The Knitter Deutschland“ zeigt einige interssante Modelle.

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Das erste Modell ist der Pulloer Thirlmere von Sarah Hatton, gestrickt aus Patons Merino Extrafine Aran. Dank der in jedem The-Knitter-Heft vorhandenen Doppelseite „Alternativgarne“ hat man auch auf einen Blick acht verschiedene, in Deutschland leicht erhältliche Garne der Firmen Austermann, Debbie Bliss, ggh, Katia, Lana Grossa, Lang Yarns, Onine und Schoppel zur Auswahl.

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Zurück zu dem Pullover: Das Muster finde ich wirklich ansprechend, allein die Passform erinnert leider ein bisschen an Müllsack.

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Weiter geht’s mit dem Modell Cardigan Alderney von Martin Storey, gefertigt aus Rowan – alpaca colour Marble* und Rowan – alpaca colour Iron*. Dieses Garn ist in Deutschland leicht erhältlich, aber auch hier werden sechs weitere Alternativen angeboten. Mir bisher völlig unbekannt ist die Marke Mirasol Wolle Sulka Nina*, bei der als Bemerkung steht „Der Verkauf fördert ein soziales Projekt in Peru.“ Auf die Schnelle konnte ich nichts weiter darüber im Netz finden, aber ich bleibe dran und mache mich schlau, was daran tatsächlich wahr ist. Die Jacke würde sich in ihrem Muster durchaus auch als Doubeface-Projekt umsetzen lassen.

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Das nächste Design ist der Pullover Loire von Bergère de France, dem Garnhersteller. Verwendet wird Bergere de France Eclair*, ein Mischgarn aus 74% Polyacryl, 14% Mohair 9% Wolle und 3% Lurex, eine wie ich finde sehr – ähm – exzentrische Mischung. Ich persönlich finde, dass irgendetwas mit Lurex nicht zu diesem Pullover passt, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

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Selbst für diesen Pullover werden drei Ersatzgarne vorgeschlagen, allerdings allesamt ohne Lurex.

Als nächstes gibt es eine wunderschöne Übersicht über die Stricktrends dieses Jahr, die auf der h+h 2016 vorgestellt wuren:

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Das nächste Modell hat zwei verschiedene Varianten, es ist die Tunika Failaise von Louisa Harding, natürlich gestrickt aus ihrem eigenen Garn Louisa Harding Trenzar*. Es gibt die Tunika in Langform (ich verbinde ja mit Tunika mehr Weite)

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oder als Kurzform (da passt jetzt der Begriff Tunika noch weniger, wie ich finde)

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Dann gibt es den Schulterwärmer Averil von Deborah Helmke. Die sieht auf dem Foto, das die Rückansicht zeigt, sehr merkwürdig aus. Mir fällt dazu am ehesten das Stichwort Witwenbuckel ein, tut mir leid. Gestrickt ist sie aus einem Rowan-Garn, als Ersatz kommt hier auch noch Garn von Filatura die Crosa neben weiteren Garnen in Betracht.

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Das folgende Modell ist mein persönliches Highlight und war der Grund für den Kauf dieses Heftes. Es ist der Cardigan Høsten von Eline Oftedal, gefertigt aus Juniper Moon Farm Findley DK. Auch hier werden mehrere Alternativen vorgeschlagen, diesmal ist auch etwas von Schachenmayr dabei.

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Damit der Beitrag nicht zu lange wird, mache ich hier mal eine Pause, Teil 2 folgt in Kürze.

Mord und Stricken

Ohme Freunde würde sich niemand zu leben wünschen, auch wenn er sämtliche andere Güter besäße. Aristoteles

Eingeweihte wissen, dass ich neben dem Stricken auch noch ein starkes Interesse an habe. Und natürlich gehörte es da für mich zum Pflichtprogram, das Buch Kainegg: Ein ziemlich kriminelles Heimatbuch zu lesen.

Und selbst da kommt das Stricken vor:

Sie hatte Strickzeug mitgebracht, mal sehe, ob sie es noch konnte. Dass sie einst in Geschichte, Erdkunde, Mathe und Physik nicht eingeschlafen war, hatte sie allein der Tatsache zu verdanken, dass sie einen Pulli nach dem anderen für kalte Winter hergestellt hatte.

Aus eigener Erfahrung würde ich vermuten, dass der Autor in etwa in meinem Alter sein müsste, denn genau so war das damals in der Schule, Mite der 80er Jahre. So sahen dann unter Umständen die Ergebnisse dieser Aktionen aus:

Pullover 1990
Pullover 1990

Und so könnten Strickwerke der Hinterkaifecker ausgesehen haben:

Aufgenommen im Freilichtmuseum Glennleitn
Aufgenommen im Freilichtmuseum Glennleitn

Science Fiction und Tradition

Haben wir gewonnen? Verrückter Wissenschaftler aus den Filmen „Independence Day“

Im Kino läuft gerade „Independence Day: Wiederkehr“, den ich angesehen habe. Und was soll ich euch sagen, neben vielen wahnsinnig gut gemachten Effekten spielt tatsächlich eine alte, unspekakuläre Technik eine wichtige Rolle in diesem Film, nämlich das Stricken:

Independence day wiederkehr

Und auch in der Zukunft gibt es die gleichen Probleme wie bereits jetzt, denn der auf dem Bild sichtbare Schal (aus so kratziger Wolle gestrickt, dass es den Wissenschaftler gleich aus dem Koma geholt hat) hätte eigentlich ein Pullover werden sollen 😀

Garn des Monats: La Doro von Ferner-Wolle

Bisher galt das Garn „Filigran“ als eine Exklusivität unter den Lace-Garnen. Allerdings mehren sich die Stimmen, die über dicke, unregelmäßige Stellen in dem Garn klagen. Nun gibt es eine hervorragende Alternative dazu:

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Dieses wundervolle Garn besteht aus Merino-Wolle mit 19,5 micron. Es wird in Österreich bei Ferner-Wolle hergestellt. Erhältlich sind sowohl viele Unifarben als auch Knäuel mit harmonischen wechselnden Farben. Dabei ist die Länge eines Fadens in einer Farbe immer ca. 25 Meter und dann kommt ein ca. 5 Meter langes Übergangsstück zur nächsten Farbe.

Aus nur einem Knäuel La Doro in der Farbe 9 ist dieser wunderschöne Wabenschal entstanden:

Wabenschal-LaDoro-Ferner

Wabenschal-LaDoro-Ferner-Detail

Die Lauflänge eines Knäuels mit 50 Gramm beträgt 300 Meter und mit 6,95 € je 50 Gramm ist es ein durchaus erschwingliches Garn auch für den kleineren Geldbeutel. Nach und nach werden weitere Farben im Shop angeboten werden.

Maschenproben (Link fehlt)

Maschenproben sind ein bei nahezu jedem unbeliebtes Thema. Noch viel schlimmer wird es, wenn die Maschenprobe dann nicht zu den Angaben in einer Anleitung passen, viele sind mit der Umrechnung überfordert.

Aber ab sofort ist Schluß damit, denn hier kommt die Lösung:

Als erstes fangen wir nicht ungefähr mit den Maschen an, die wir denken, dass wir sie für 12 cm (soviel sollte es schon sein, wenn man 10 cm ordentlich ausmessen möchte) benötigen – allein schon die Formulierung klingt kompliziert. Wir fangen einfach mit drei oder fünf Maschen an. Und nehmen dann in jeder zweiten Reihe auf beiden Seiten jeweils 1 Masche zu. Auf diese Weise stricken wir zwar kein Rechteck, sondern mehr eine Maschenprobenraute, die Strickarbeit wird aber geringer, denn die zu strickende Fläche ist weniger. Das seht ihr hier: Gelb ist die normalerweise zu strickende Fläche und orange die mit diesem Trick zu strickende Fläche:
Maschenprobe

Die Maschenprobe sollte unbedingt so behandelt worden sein, wie das spätere Strickstück auch behandelt werden wird. In jedem Fall ist sie also zu waschen, ggf. sogar mit der Maschine.

Je größer die gewählte Nadelstärke ist, um so mehr wird sich das Strickstück hinterher „ausdehnen“, also entsprechend gröer werden. Das gilt auch für Materialen wie Merinowolle oder Baumwolle. Eine Ausdehnung um bis zu 10% ist möglich und sollte berücksichtigt werden.

Um das am späteren Strickstück höhere Gewicht zu simulieren, können an den Rand der Maschenprobe Wäscheklammern angebracht werden.

Und wer nun mit dem Umrechnen Schwierigkeiten hat, kann sich seine Maschenprobe mit Hilfe meines Maschenproben-Umrechners (klickediklick) die Ergebnisse automatisch liefern lassen.

Strickpüppchen

Für alle, die dieses Jahr Wollreste verabeiten wollen oder Sorgenpüppchen stricken möchten, hier eine Anleitung:

Strickpüppchen1

Strickpüppchen2

Strickpüppchen3

Noch schöner werden sie, wenn sie die Mützen extra gestrickt bekommen, man kann sie ja dennoch am Kopf hinten mit ein paar Stichen fixieren.

So sehen einige dieser gestrickten Gesellen aus:
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nun kann Weihnachten fast kommen, …

… denn alle Adventskalendersocken sind fertig, meiner Freundin sei Dank!

Dieser hier wird die Nr. 24 werden, denn ein goldener Faden bringt ihn zum Glänzen.

Endgültig fertig gestellt ist der Adventskalender aber natürlich erst, wenn auch die Befestigung und die Numerierung fertig sind.