Erinnerungen

„Das Herz ist ein Gut, das man nicht verkaufen oder kaufen, sondern nur verschenken kann.“ Gustave Flaubert

Neulich, ich saß in einem Konzert, das wunderschön war, gleichzeitig gingen mir aber sorgende Gedanken bezüglich meiner Mutter durch den Kopf. Ich persönlich fand es schwierig, mich richtig zu entspannen. Dann fiel mir aber auf, dass es in der Erinnerung an schöne Momente keine Rolle mehr spielt, ob und wenn ja, welche Sorgen uns während dieses Erlebnisses auch plagten. Erinnerungen an besondere Momente unseres Lebens sind sorgenfrei, zumindest nach einer entsprechend langen Zeit, denn die damaligen Probleme sind längst gelöst oder inzwischen unwichtig geworden.

Vor wenigen Tagen stieß ich nun im Netz auf dieses Video dieser beeindruckend charismatischen Frau:

Und siehe da, sie hat eine Erklärung dafür. Anscheinend speichert die linke Gehirnhälfte ja Erinnerungen ab, die es mit der rechten Gehirnhälfte erlebt, erfühlt, ersehen und / oder erhört hat. Da die rechte Gehirnhälfte gar nicht dazu da ist, über vergangenes zu reflektieren und zukünftiges zu befürchten oder zu ersehnen, ist das dann auch in der abgespeicherten Erinnerung nicht mehr vorhanden. Was uns aber den Genuß der ungetrübten momentanen Freude verdirbt, ist eben diese linke Gehirnhälfte, die in Worten den Bogen von der Gegenwart zur Vergangenheit und zur Zukunft spannt.

Mit diesem Wissen fällt es mir vielleicht in Zukunft leichter, zu genießen. Ich werde trainieren, der linken Gehirnhälfte öfter mal Freizeit zu verschaffen. Sie soll sich ausruhen.

Gehirn

Mich würde jetzt interessieren, was die linke Gehirnhälfte von Tieren so macht. Und ob die linke Gehirnhälfte bei einem Säugling später entwickelt wird als die rechte? Bilden sich am Ende nur Synapsen in der linken Gehirnhälfte, denn die rechte ist bei der Geburt schon ausreichend entwickelt? Wirklich schade, dass ich zu alt für eine neue wissenschaftliche Karriere bin.