Frohes neues Jahr und die guten Vorsätze

Zunächst wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, Ihr seid gut rüber gekommen.

Ich habe erstmalig etwas neues, nämlich gute Vorsätze für 2019.

  • Ab sofort (eigentlich schon ab letzte Woche, jawohl, da gab es Chikoree mit Scrimps) soll es einmal wöchentlich einen Salattag geben.
  • Es wird keine neue Wolle gekauft. Keine. Gar keine. Unter keinen Umständen.
  • Es werden nicht mehr als zwei Strickprojekte gleichzeitig bearbeitet. Eines davon muss zwingend ein bereits angefangenes UFO sein.
  • Mehr Selbstdisziplin in Sachen Putzen steht auch auf dem Plan.

Nun schauen wir mal, wie sich diese Vorsätze umsetzen lassen. Ich werde vielleicht einmal monatlich eine entsprechende Rückmeldung hier geben, am besten wäre jeweils am 5. des Monats, denn da ist eh WMDEDGT dran und ich finde, das passt thematisch gut.

Jahresrückblick

2018 war aus meiner Sicht ein tolles Jahr. Aber es gab auch Verluste, schmerzliche Verluste.

Am 26. April verstarb viel zu früh ein Mann, den ich persönlich nie kennenlernen durfte. Wir haben uns intensiv über Massanger-Dienste ausgetauscht. Es ging nicht nur um persönliches, sondern auch um ein Herzensprojekt von mir, nämlich Dailycook. Durch seinen für mich völlig unerwarteten Tod ist das Projekt natürlich wieder ins Stocken gekommen. Aber Martin, ich verspreche dir, ich werde es weiter vorantreiben!

Am 17. Mai (fünf Jahre und zehn Tage nach dem Tod meines Vaters) verstarb meine inzwischen stark demente Mutter im 90. Lebensjahr. Es war weder viel zu früh, noch völlig überraschend, gefühlt aber dennoch irgendwie plötzlich. Sie ist einfach friedlich in ihrem Bett eingeschlafen und dann entschlafen.

Am 11. November verstarb noch eine Person, deren Angehörigen keine Öffentlichkeit möchten. Sie war lediglich neun Tage älter als ich.

Ruhet in Frieden, eure Seelen sollen ewigen Frieden finden.

Der worst case oder warum ich ein Glückskind bin

Derzeit kursieren soviele „mach-dein-Leben-schöner“-Ratschläge im Netz, ich kann es nicht mehr hören bzw. lesen. Aber auch ich denke, einen guten Weg für ein erfülltes Leben gegangen zu sein und weiterhin zu gehen. Viele, die mich kennen, denken, das wäre bei mir immer alles so einfach, ist es aber auch nicht immer. Allerdings gibt es durchaus einige Punkte, die ich bei der Bemessung meines Glückes durchaus meiner Guthabenseite zuschreiben würde.

Dazu gehört erstens, dass ich physisch und psychisch mit einer robusten Natur ausgestattet wurde. Ich bin körperlich fit und auch seelisch erschüttert mich so schnell nichts. Insbesondere zu zweitem Punkt möchte ich euch eine mutmachende Geschichte erzählen.

Letztens las ich, Sorgen wären wie Nudeln, man mache immer zuviele davon. Diese Denkweise habe ich schon länger versucht zu verinnerlichen, auch wenn es mir nicht immer in wünschenswerter Weise gelingt. Aber grundsätzlich ist es so, dass ich auch in schwierigen Situationen bewusst zu machen, dass es meist eine Lösung gibt und man spätestens 12 Monate danach wieder ganz andere Probleme hat.

Dennoch hatte ich in den letzten Wochen ein sehr unschönes Erlebnis. Meine Liquidität war, sagen wir einmal, etwas angespannt. Wie ihr wisst, war ich da noch selbständig. Ich hatte zwar noch Aufträge, es wäre also wieder Geld reingekommen, aber an jenem bewussten Tag hatte ich gerade noch 20,00 € in der Tasche und genügend Diesel im ältlichen Caddy, um heim und zu den geplanten Terminen zu kommen. Und dann passierte das, was ich mir als worst case schon vor meinem inneren Auge ausgemalt hatte, der Caddy quittierte seinen Dienst auf der Autobahn.

Mein Freund war zum Glück dabei und tröstete mich, während wir auf den ADAC warteten (ja, manche Menschen haben mich schon weinend gesehen). Am nächsten Morgen dann die niederschmetternde Diagnose: Motorschaden. Und jetzt kommts, das war das beste, was mir passieren konnte. Sepp finanzierte ein anderes Auto, auf das wir aber eine Woche warten mussten. Ich war also eine Woche da „festgetackert“, also suchte ich mir dort einen Job und zog sozusagen gleich dorthin. Geplant war das sowieso, nur eben nicht so schnell.

Ihr seht also, was als Kathastrophe begann, endete als Glücksfall, als wunderbare Fügung des Schicksals und jetzt, sechs Wochen später, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, ein anderes Leben zu haben.

Menschen und Socken

Neulich war ich mit meinem Hund spazieren.

Und obwohl fast alles wie immer war, war es ein unangenehmer Spaziergang. Das hatte einen sehr einfachen, sehr unscheinbar klingenden Grund: Ich hatte Socken an, die sich während des Laufens im Stiefel immer weiter herunterschoben, bis sie über die Ferse gerutscht waren und nun mein Laufen irgendwie irritierten. Äußerlich sah man nichts, man konnte gar nicht ahnen, wie es in meinen Stiefeln und damit in mir aussah. Und während ein Teil meines Gehirnes sich damit beschäftigte, dieses unangenehme Gefühl möglichst zu übergehen, formte sich im für Küchentischphilosophie verantwortlichen Teil meines Gehirnes folgender Gedankengang:

Manche Lebenspartner sind auch wie Socken. Und es kommt eben darauf an, welche wir auswählen. Nehmen wir die, die auf den ersten Blick gut aussehen und die auch nach außen nichts zu wünschen übrig lassen, kann es gut sein, dass sie uns dennoch bei jedem Schritt stören, uns hemmen und uns nicht gut tun.

Nehmen wir doch also die, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so modisch sind, die eventuell selbst gestrickt sind, die vielleicht Macken haben und die eventuell in den Schuhen nicht so schick aussehen. Aber die uns tragen, unsere Füße wärmend umschließen, ohne zu drücken oder zu rutschen, egal, was andere darüber denken.

Und genau so verhält es sich auch mit Beziehungen. Macht euch keine Gedanken darüber, was die anderen über euren Lebenspartner denken könnten, unter Umständen habt ihr dann nämlich so eine Rutschesocke, die eure Energien raubt, obwohl nach außen alles prima aussieht, sondern wählt den für euch aus, der so passt, wie es eben ein guter Socke auch tut.

Oftmals fragen wir uns, wenn wir uns verlieben, was denn unsere Freunde und Freundinnen zu der oder dem Neuen sagen werden. Hat er/sie einen interessanten Job, tolle Hobbys, sieht gut aus, was werden die anderen toll an ihm oder ihr finden. Merkt ihr was? Es ist eigentlich vollkommen uninteressant, was die anderen über euren Partner oder eure Partnerin sagen oder denken. Für euch sollte wichtig sein, wie eure Beziehung im Innenverhältnis ist. Wie geht ihr miteinander um, wenn ihr alleine seid. Könnt ihr eurem Partner sagen, wenn es euch mal schlecht geht, könnt ihr euch dann fallen lassen. Wie agiert ihr miteinander in stressigen Situationen? Wie bewältigt ihr die Aufgaben des Alltags. Und wenn ihr in diesen Bereichen harmoniert, werdet ihr merken, dass eure Umwelt euch als Paar akzeptiert, denn dann strahlt ihr Lebensfreude und Harmonie aus.

Der Geldwert und der Geldbetrag

Neulich gab es bei Facebook eine Diskussion über die Preise von Tantra-Massagen. Ich fand das Angebot sehr preisintensiv und verglich es mit Preisen von physiotherapeutischen Praxen, die entsprechend günstiger sind. Daraufhin erklärte mir jemand folgendes: “ Eine wirkliche gute Massage gibt man nicht nur mit den Händen oder dem eigenen Körper sondern mit der Kraft der eigenen Seele, und das kann man nicht in Minuten oder Euro ausrechnen und kalkulieren.[…]Das Geld ist hier nicht als Geld, sondern als Energieaustausch zu sehen.“

Aha. Energieaustausch. Klingt plausibel und gefällt mir, insbesondere im Zusammenhang mit Geld. Aber, und das ist das, was mich hier beschäftigt, warum gilt das für eine nichtmaterielle Ware wie eine Massage anscheinend mehr als für einen materiellen Gegenwert wie ein handgefärbtes Garn? Da kann es dann gar nicht billig genug sein. Auch zu diesem Thema gab es vor wenigen Wochen eine Umfrage bei Facebook, wie hoch der Preis für handgefärbte Sockenwolle sein dürfe und es haben sich mehrer Handfärberinnen mit wirklichen „Kampfpreisen“ gemeldet. Auf die Nachfrage, warum dem so wäre, hat eine tatsächlich gesagt, weil sie es ja nur als Hausfrau machen würde, das Geld verdiene ihr Mann. Nun frage ich mich, wie diese Handfärberinnen denken würden, wenn die Arbeit ihres Mannes durch eine billigere Kraft aus dem Ostblock abgelöst würde – wäre das dann auch noch in Ordnung? Selber so agieren finden sie aber schon in Ordnung. Und wenn jemand mit zweierlei Maßstäben misst, fordert das meinen Widerspruchsgeist, daher hier dieser Beitrag.

Kommen wir also zurück zum Energieaustausch. Früher, nein, ganz früher, also vor dem Geld, da gab es Tauschhandel. Das war aber auf Dauer unpraktisch, also „erfand“ die Menschheit das Geld. Geld ist eigentlich ein Gegenwert für eigene produzierte Waren. Später, mit der Industrialisierung wurde Geld auch ein Gegenwert für die geleistete Arbeit, ohne dass das Produkt in direktem Zusammenhang damit stand. Aber es ist immer ein Wert für einen gewissen Energieaufwand, den man betreiben muss, um es zu ergattern. Und nun frage ich mich, warum viele von uns bereit sind, ohne mit der Wimper zu zucken, für ein nicht materielles Erlebnis wie eben Massagen oder Jochen Schweizers Erlebnisse wesentlich mehr Geld auszugeben, als sie selber im betreffenden Zeitraum verdienen würden und gleichzeitig finden wir es fast schon als persönliche Zumutung, für materielle Dinge wie Lebensmittel oder Elektronik überhaupt Geld auszugeben, da greift dann die Geiz-ist-geil-Mentalität. Ich finde das bemerkenswert und kann mir nicht recht erklären, warum das so ist. Aber darüber sprechen wollte ich mal.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. Vielleicht finde ich im Urlaub Zeit, euch ein paar englischsprachige Strickzeitschriften vorzustellen, sonst halt erst im neuen Jahr.

Ohne „Denke positiv“ geht es aber auch nicht

Passend zu meinem gestrigen Blogartikel erschien der Artikel „Wie Jammern Dein Gehirn verändert (und Dich immer negativer macht)“ bei MyMonk.

Ich kenne das beschriebene Verhaltensmuster auch, zu versuchen, das Jammern abzustellen. Es hilft aber nichts, manche Menschen fühlen sich anscheinend wohler, wenn sie jammern. Seit dem Lesen des obigen Blogartikels weiß ich auch, warum das so ist – weil das das gewohnte Verhaltensmuster ihres Gehirnes ist. Auf die Weise werden solche Menschen ganz schnell zu Energievampiren und man meidet sie. Ein probates Mittel, dagegen vorzugehen, habe ich noch nicht gefunden. Ob vielleicht hilft, wenn man dagegen hält und sagt, was einem positives auffällt?

Mir fällt da immer dieses Lied aus meiner Jungendleiterzeit ein:

Die Textzeile

..ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur…

drückt das vielleicht am besten aus. Lassen wir doch die Jammerer jammern und setzen positive Akzente dagegen. Wir können die anderen nicht ändern, wir können nur unsere innere Haltung ändern.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende voller positiver Erlebnisse.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Gelassenheitsgebet

„Denke positiv“ alleine funktioniert nicht

Immer häufiger fällt mir in den sozialen Netzwerken auf, dass sich die selbsternannten Lebenslehrer und Seelenlehrerinnen wie die Pilze aus dem Boden schießen. Vielen davon gemein ist, dass sie die These vertreten, dass man nur positiv genug denken müsse, um zu persönlichem Glück, Reichtum, Gesundheit, Freunden oder was auch immer gewünscht ist, zu kommen.

Das ist in meinen Augen nicht unbedingt zielführend und auch nicht allein seeligmachend. Was also zeichnet jemanden aus, der mit seinem Leben zufriedener ist als die meisten anderen Menschen?

Resilienz ist das Zauberwort. Es geht im Leben nicht darum, ein möglichst einfaches Leben ohne Hindernisse zu haben. Es geht darum, zu lernen, Schwierigkeiten zu überwinden, denn nur das befriedigt auf Dauer. Wer das nicht glaubt, dem sei das Buch „Die Schrecken des Paradieses: Wie lebenswert wäre das ewige Leben?“ empfohlen.

Und noch ein Tipp: Macht euch bewusst, was ihr so sagt, denn man muss sich nicht nur über die großen Dinge des Lebens freuen, auch oder gerade Kleinigkeiten steigern unser subjektives Glücksgefühl.

Und macht etwas. Egal was, Erfolgserlebnisse kommen nicht vom positiv denken, sondern von Tätigkeiten. Putzt zum Beispiel die Fenster und ihr werdet euch schon besser fühlen!

Erinnerungen

„Das Herz ist ein Gut, das man nicht verkaufen oder kaufen, sondern nur verschenken kann.“ Gustave Flaubert

Neulich, ich saß in einem Konzert, das wunderschön war, gleichzeitig gingen mir aber sorgende Gedanken bezüglich meiner Mutter durch den Kopf. Ich persönlich fand es schwierig, mich richtig zu entspannen. Dann fiel mir aber auf, dass es in der Erinnerung an schöne Momente keine Rolle mehr spielt, ob und wenn ja, welche Sorgen uns während dieses Erlebnisses auch plagten. Erinnerungen an besondere Momente unseres Lebens sind sorgenfrei, zumindest nach einer entsprechend langen Zeit, denn die damaligen Probleme sind längst gelöst oder inzwischen unwichtig geworden.

Vor wenigen Tagen stieß ich nun im Netz auf dieses Video dieser beeindruckend charismatischen Frau:

Und siehe da, sie hat eine Erklärung dafür. Anscheinend speichert die linke Gehirnhälfte ja Erinnerungen ab, die es mit der rechten Gehirnhälfte erlebt, erfühlt, ersehen und / oder erhört hat. Da die rechte Gehirnhälfte gar nicht dazu da ist, über vergangenes zu reflektieren und zukünftiges zu befürchten oder zu ersehnen, ist das dann auch in der abgespeicherten Erinnerung nicht mehr vorhanden. Was uns aber den Genuß der ungetrübten momentanen Freude verdirbt, ist eben diese linke Gehirnhälfte, die in Worten den Bogen von der Gegenwart zur Vergangenheit und zur Zukunft spannt.

Mit diesem Wissen fällt es mir vielleicht in Zukunft leichter, zu genießen. Ich werde trainieren, der linken Gehirnhälfte öfter mal Freizeit zu verschaffen. Sie soll sich ausruhen.

Gehirn

Mich würde jetzt interessieren, was die linke Gehirnhälfte von Tieren so macht. Und ob die linke Gehirnhälfte bei einem Säugling später entwickelt wird als die rechte? Bilden sich am Ende nur Synapsen in der linken Gehirnhälfte, denn die rechte ist bei der Geburt schon ausreichend entwickelt? Wirklich schade, dass ich zu alt für eine neue wissenschaftliche Karriere bin.