Der worst case oder warum ich ein Glückskind bin

Derzeit kursieren soviele „mach-dein-Leben-schöner“-Ratschläge im Netz, ich kann es nicht mehr hören bzw. lesen. Aber auch ich denke, einen guten Weg für ein erfülltes Leben gegangen zu sein und weiterhin zu gehen. Viele, die mich kennen, denken, das wäre bei mir immer alles so einfach, ist es aber auch nicht immer. Allerdings gibt es durchaus einige Punkte, die ich bei der Bemessung meines Glückes durchaus meiner Guthabenseite zuschreiben würde.

Dazu gehört erstens, dass ich physisch und psychisch mit einer robusten Natur ausgestattet wurde. Ich bin körperlich fit und auch seelisch erschüttert mich so schnell nichts. Insbesondere zu zweitem Punkt möchte ich euch eine mutmachende Geschichte erzählen.

Letztens las ich, Sorgen wären wie Nudeln, man mache immer zuviele davon. Diese Denkweise habe ich schon länger versucht zu verinnerlichen, auch wenn es mir nicht immer in wünschenswerter Weise gelingt. Aber grundsätzlich ist es so, dass ich auch in schwierigen Situationen bewusst zu machen, dass es meist eine Lösung gibt und man spätestens 12 Monate danach wieder ganz andere Probleme hat.

Dennoch hatte ich in den letzten Wochen ein sehr unschönes Erlebnis. Meine Liquidität war, sagen wir einmal, etwas angespannt. Wie ihr wisst, war ich da noch selbständig. Ich hatte zwar noch Aufträge, es wäre also wieder Geld reingekommen, aber an jenem bewussten Tag hatte ich gerade noch 20,00 € in der Tasche und genügend Diesel im ältlichen Caddy, um heim und zu den geplanten Terminen zu kommen. Und dann passierte das, was ich mir als worst case schon vor meinem inneren Auge ausgemalt hatte, der Caddy quittierte seinen Dienst auf der Autobahn.

Mein Freund war zum Glück dabei und tröstete mich, während wir auf den ADAC warteten (ja, manche Menschen haben mich schon weinend gesehen). Am nächsten Morgen dann die niederschmetternde Diagnose: Motorschaden. Und jetzt kommts, das war das beste, was mir passieren konnte. Sepp finanzierte ein anderes Auto, auf das wir aber eine Woche warten mussten. Ich war also eine Woche da „festgetackert“, also suchte ich mir dort einen Job und zog sozusagen gleich dorthin. Geplant war das sowieso, nur eben nicht so schnell.

Ihr seht also, was als Kathastrophe begann, endete als Glücksfall, als wunderbare Fügung des Schicksals und jetzt, sechs Wochen später, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, ein anderes Leben zu haben.

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