Menschen und Socken

Neulich war ich mit meinem Hund spazieren.

Und obwohl fast alles wie immer war, war es ein unangenehmer Spaziergang. Das hatte einen sehr einfachen, sehr unscheinbar klingenden Grund: Ich hatte Socken an, die sich während des Laufens im Stiefel immer weiter herunterschoben, bis sie über die Ferse gerutscht waren und nun mein Laufen irgendwie irritierten. Äußerlich sah man nichts, man konnte gar nicht ahnen, wie es in meinen Stiefeln und damit in mir aussah. Und während ein Teil meines Gehirnes sich damit beschäftigte, dieses unangenehme Gefühl möglichst zu übergehen, formte sich im für Küchentischphilosophie verantwortlichen Teil meines Gehirnes folgender Gedankengang:

Manche Lebenspartner sind auch wie Socken. Und es kommt eben darauf an, welche wir auswählen. Nehmen wir die, die auf den ersten Blick gut aussehen und die auch nach außen nichts zu wünschen übrig lassen, kann es gut sein, dass sie uns dennoch bei jedem Schritt stören, uns hemmen und uns nicht gut tun.

Nehmen wir doch also die, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so modisch sind, die eventuell selbst gestrickt sind, die vielleicht Macken haben und die eventuell in den Schuhen nicht so schick aussehen. Aber die uns tragen, unsere Füße wärmend umschließen, ohne zu drücken oder zu rutschen, egal, was andere darüber denken.

Und genau so verhält es sich auch mit Beziehungen. Macht euch keine Gedanken darüber, was die anderen über euren Lebenspartner denken könnten, unter Umständen habt ihr dann nämlich so eine Rutschesocke, die eure Energien raubt, obwohl nach außen alles prima aussieht, sondern wählt den für euch aus, der so passt, wie es eben ein guter Socke auch tut.

Oftmals fragen wir uns, wenn wir uns verlieben, was denn unsere Freunde und Freundinnen zu der oder dem Neuen sagen werden. Hat er/sie einen interessanten Job, tolle Hobbys, sieht gut aus, was werden die anderen toll an ihm oder ihr finden. Merkt ihr was? Es ist eigentlich vollkommen uninteressant, was die anderen über euren Partner oder eure Partnerin sagen oder denken. Für euch sollte wichtig sein, wie eure Beziehung im Innenverhältnis ist. Wie geht ihr miteinander um, wenn ihr alleine seid. Könnt ihr eurem Partner sagen, wenn es euch mal schlecht geht, könnt ihr euch dann fallen lassen. Wie agiert ihr miteinander in stressigen Situationen? Wie bewältigt ihr die Aufgaben des Alltags. Und wenn ihr in diesen Bereichen harmoniert, werdet ihr merken, dass eure Umwelt euch als Paar akzeptiert, denn dann strahlt ihr Lebensfreude und Harmonie aus.

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